INDIOHILFE ECUADOR

JAHRESBERICHT 2016

Liebe Indiofreunde,

das Jahr 2016 war in Ecuador von 2 Ereignissen gekennzeichnet: Erdbeben und Verfall des Ölpreises.

Im April wurde das Land von einem schweren Erdbeben erschüttert, das vor allem im Küstenstreifen schwere Schäden anrichtete und über 600 Tote forderte.

Durch den Verfall des Ölpreises rutschte das Land in eine tiefe Rezession, die die Ärmsten am stärksten traf.

Von diesen beiden Punkten war auch unsere Arbeit geprägt.

Durch unsere gute Berufsausbildung konnten wir vielen Menschen ein Einkommen ermöglichen und im Erdbebengebiet gelang es uns, gerade in den abgelegendsten Orten viel Leid zu lindern und den Leuten neue Hoffnung zu geben.

Ein kurzer Überblick über unsere Arbeit


Die Schwerpunkte unserer Arbeit im Jahr 2016:

1. DIE BERUFSAUSBILDUNG

720 meist junge Frauen und Männer konnten im vergangenen Jahr bei uns eine Berufsausbildung machen. Besonders gefragt war die Ausbildung rund um die Hauswirtschaft (Kochen, Backen, Kinderpflege, gesunde Ernährung, Gemüseanbau, Gartenarbeit).

Bei den Landfrauen fand die Kleintierhaltung (Hasen und Meerschweine) großes Interesse.

Im handwerklichen Bereich wollten die meisten eine Mechaniker- oder Elektrikerausbildung machen.

Zum ersten Mal führten wir eine 3-monatige Schulung durch, um auf die Meisterprüfung in verschiedenen Berufszweigen vorzubereiten. 37 Personen erhielten im Oktober nach bestandener Prüfung ihren Meisterbrief. Die Handwerkskammer hat unter staatlicher Aufsicht die Prüfung bei folgenden Berufen durchgeführt: Friseur, Koch, Schuster, Mechaniker, Konditor, Zimmerer, Elektriker.

Für die Indios vom Land ist es oft sehr schwierig, die theoretischen Prüfungen zu schaffen, deshalb ist die Vorbereitung durch Nachhilfeunterricht, der individuell auf jeden Teilnehmer abgestimmt ist, sehr wichtig.

In der Landwirtschaft und in der Metzgerei haben Jugendliche wie jedes Jahr ihr Praktikum für ihre Ausbildung absolviert.

In Kursen über christliche Werte und über Drogenaufklärung, die von Priestern durchgeführt wurden, nahmen an Wochenenden 220 Jugendliche teil.


2. LANDWIRTSCHAFT

Der Klimawandel spielt uns hier laufend neue Streiche. Der gewohnte Jahresablauf Trockenzeit-Regenzeit hat sich um Monate verschoben. Die letzten Jahre waren sehr trocken. 2016 war regenreicher und für die Landwirtschaft ein Segen. Unsere Programme liefen wie jedes Jahr weiter.

Die Schafzucht ist bereits in den Händen von den Indios, so dass wir nur noch einen Stamm von Mutterschafen und Zuchtböcken haben.

Die Mähdrescher wurden überholt und leisten trotz ihrem hohen Alter immer noch gute Dienste.

In der Saatgutbank wurde neu das Triticale (eine Kreuzung aus Weizen und Roggen) eingeführt.

Die ersten Versuche liefen an, jedes Anwesen mit einem Wasserspeicher für Bewässerung zu versorgen. Das Regenwasser, das von den Dächern kommt, wird gespeichert, um es dann in der Trockenzeit für die Pflanzen zu verwenden.


3. SOZIALHILFE

Zu unserem Rehabilitationszentrum kam eine kleine Praxis dazu, in der Ärzte die Armen kostenlos medizinisch versorgen können. Vor allem Kinder wurden mit Medikamenten, Rollstühlen und Gehhilfen unterstützt.


4. ERDBEBEN

5 Monate lang half die Indiohilfe beim Wiederaufbau im Erdbebengebiet. Zusammen mit Indios aus unseren Gemeinden waren wir jede Woche 4 Tage an der Küste. Unser Ziel war vor allem ärmsten Familien zu helfen, die alles verloren hatten. Für sie hätte nicht die geringste Hoffnung bestanden, dass sie ein menschenwürdiges Zuhause bekommen, wenn wir nicht geholfen hätten. Drei Häuser wurden komplett neu errichtet für Familien in absoluter Armut.


5. FEUERWEHRAUSBILDUNG

Nachdem es jedes Jahr in der Trockenzeit zu verheerenden Buschbränden kam, die erhebliche finanzielle Schäden für die Bauern brachten, bildeten wir dieses Jahr in den verschiedenen Gemeinden Freiwillige zu Feuerwehrleuten aus. Es geht um ein schnelles Handeln, wenn ein Brandherd auftritt. Anscheinend hatte die Ausbildung guten Erfolg, denn laut der Berufsfeuerwehr der Provinz gab es dieses Jahr wesentlich weniger Flächenbrände.


6. INDIOHILFE INSGESAMT

Bei unserer Arbeit steht der Mensch an erster Stelle. Gerade durch das Erdbeben konnte man sehen, wie schnell Hab und Gut verloren gehen kann und der Mensch oft ohne jegliche Hoffnung verzweifelt.

Dank Eurer Hilfe konnten wir immer wieder in all den Jahren viel Leid und Not lindern und vielen Hoffnung für die Zukunft geben.

Ich möchte Euch, liebe Spender, ein herzliches Vergelt’s Gott sagen für Eure treue Mithilfe in unserer Arbeit.


PRIESTERHILFE

Die Priesterhilfe wird zusammen mit unserem Bischof geführt, mit dem ich ein sehr persönliches Verhältnis habe. Er verteilt die Messstipendien an die ganz armen Landpfarrer, die ohne diese Hilfe noch armseliger leben müssten.

Die Karmelitinnen erhalten jährlich das Geld für die Sozialversicherung.

Ein Vergelt’s Gott allen, die die Priesterhilfe unterstützen.

Danken möchte ich meinem Bruder Werner und seiner Haushälterin Sigrid Müller für die selbstlose Verwaltungsarbeit in der Heimat.

In dankbarer Verbundenheit

                Euer


Liebe Indiofreunde,

wenn ich auf die 35 Jahre Indiohilfe zurückschaue, dann bin ich schon ein wenig stolz auf die vielen Indiofreunde, die meinem Bruder und mir so viel Vertrauen schenkten und so ein großes Herz für die Indios hatten. Durch Eure Unterstützung konnten wir eine sinnvolle Entwicklungsarbeit leisten. Ohne Euch hätten wir nicht über 40 Schulen und eine große Lehrlingswerkstätte bauen und viele andere Projekte realisieren können. Unser wichtigstes Ziel ist Bildung und Ausbildung und das haben wir vielen Tausend Indios durch Eure Großherzigkeit ermöglicht. Dass wir jetzt Meister ausbilden dürfen, ist sicher ein Höhepunkt in unserer Arbeit. Wer bei uns ausgebildet wurde, hat für sich und seine Familie eine gute Grundlage für die Zukunft geschaffen.

Ich sage Euch, liebe Indiofreunde, ein herzliches Vergelt’s Gott für Eure Großzügigkeit und Euer Wohlwollen. Ich danke meinem Bruder Max für seinen unermüdlichen Einsatz, seiner Frau Silvana und seiner Tochter Gaby, die ihn in der Stiftung großartig unterstützen. Ein großes Dankeschön meiner Haushälterin Sigrid, die mir in der Verwaltung viel Arbeit abnimmt, so dass wir auch nach 35 Jahren keinen Cent für Verwaltungskosten verwendet haben.

In großer Dankbarkeit

Pfarrer


Veranstaltungshinweise

Am 5. November 2017 ist in Puchheim um 19 Uhr ein großes Benefizkonzert für die Indiohilfe Ecuador (Puchheimer Kulturzentrum, Oskar-Maria-Graf-Str. 2, 82178 Puchheim).


Kontakt

Adresse

Pfarrer Werner Gallmeier
Kirchberg 22
94375 Stallwang

Tel.: 09964/60066
Fax: 09964/60068
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Homepage www.pfarrei-stallwang.de
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Indiohilfe

Sparkasse Niederbayern-Mitte
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