Patrozinium: St. Michael (29. September)

Stallwang ist wohl eine der Ortschaften, die auf die Süd-Nord Besiedlung durch die Donauklöster der Agilolfinger-Herzöge zurückgehen. Stallwang hat sich entwickelt an einem alten Handelsweg von Bayern nach Böhmen und war bis 1828 Sitz einer Hofmark.

Bereits um 800 gab es eine kleine Kirche für die Siedler.

Betreut wurde die Seelsorgsgemeinde bis ins 16. Jahrhundert durch das Kollegiatsstift Pfaffmünster. Von 1581 bis zur Säkularisation 1803 wurde das Präsentationsrecht durch das Kollegiatsstift St. Jakob in Straubing ausgeübt. Anschließend ging es an den Landesherren; seit 1918/28 hat der Bischof von Regensburg das freie Verleihungsrecht. Das Patrozinium der Pfarrkirche war ursprünglich ein Marien-Patrozinium.

1326 wird Stalbavm als Seelsorgestelle erwähnt, 1414 wird von einem Rugerus als Vicarius in Stalbawm berichtet und ab 1452 erscheint Stallwang als Pfarrei in der Diözesanmatrikel. Über die Kirche aus jener Zeit ist wenig bekannt. Sie lag - wie der jetzige Rokokobau - weithin sichtbar in beherrschender Höhenlage über dem Dorf. Aus der Zeit der Romanik (12.Jhdt.) ist bis heute ein Teil der Friedhofsmauer mit der Portalanlage erhalten geblieben. Zeugen einer Kirchenanlage aus der spätgotischen Zeit um 1500 sind die unteren drei quadratischen Geschosse des Turmes und der Eingang zur Sakristei an der Nordseite des Presbyteriums.

Die älteste Matrikel reicht bis ins Jahr 1624. Unter 1632/34 berichtet sie über das große Sterben in der Pestzeit und während des Schwedenkrieges. Erst ab 1655 trat eine Normalisierung ein. Die Wiederbesiedlung ging zügig voran. So auch der Wiederaufbau der zum Teil zerstörten Kirche – trotzdem zog er sich bis etwa 1670 hin.

Ein weiterer notwendiger Neubau 1728 brannte bald nach Fertigstellung aus. Die Kirchenmauern waren jedoch fast unbeschädigt geblieben. Die Ausstattung der neuen Rokoko-Kirche zog sich dennoch bis 1786 hin.

Auch unter den Einwirkungen des spanischen Erbfolgekrieges im Jahr 1742 litt die Pfarrkirche.

Die Rokoko-Einrichtung stammt aus der Hand des Straubinger Künstlers Matthias Obermayer, dessen Bruder Leonhard Obermayer Pfarrer in Stallwang war (1762-1775). Mitarbeiter für die Fassung waren Johann Bernhard Scheck aus Straubing und Johann Paul Hager aus Kötzting.

Weitere Renovierungen fanden in den Jahren 1841, 1867, 1914-18 statt.

1907 wurde der ehemalige Hofmarkssitz Schönstein in die Pfarrei Wetzelsberg ausgepfarrt.

Nach der Restaurierung von 1961-1964, erfolgte eine nochmalige Gesamtrenovierung - 1989-1990 außen und 1994-1996 innen.

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